Sinti und Roma
Die Verfolgung der österreichischen Sinti, Roma und Jenischen begann nicht erst im Nationalsozialismus, erreichte aber in dieser Zeit ihren Höhepunkt. Unter der rassistischen Bezeichnung “Zigeuner” waren Angehörige dieser Volksgruppen hierzulande spätestens seit dem 18. Jahrhundert zahlreichen Diskriminierungen und Schikanen ausgesetzt.
Im Jahre 1938 lebten, vorwiegend in den äußeren Stadtgebieten von Villach (St. Martin, Obere und Untere Fellach sowie in Seebach) zahlreiche Sinti-Familien. Die häufigsten Namen in dieser Volksgruppe waren Seger, Taubmann, Herzenberger, Blach, Link, Lichtenberger und Held. Weit über 100 Personen dieser Volksgruppe aus dem Villacher Bezirk wurden im Rahmen verschiedener Erlässe ab 1938 von der Kriminalpolizei verhaftet und in diverse Lager deportiert. Insbesondere 1941 wurde die Mehrheit der Kärntner Sinti in „Zigeuneranhaltelager“ wie Weyer/St. Pantaleon, Maxglan bei Salzburg und Lackenbach im Burgenland gebracht. Von Lackenbach aus erfolgte für viele von ihnen die Deportation in das Ghetto von Lodz (Ende 1941) oder in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (ab 1943). Die Mehrheit der Kärntner Sinti überlebte nicht.
ÜBERSICHT DER OPFER

Held, Therese
1934-1943

Herzenberger, Rosa
1931-1943

Krems, Olga
1939-1943

Leimberger/Lichtenberger, Stefan
1938-1943

Taubmann, Karl
1915-1941

Taubmann, Kornelia
1938-?

