Pleschberger Josef

  • geboren am 28. Juni 1917 in Villach
  • gestorben am 13. Juni 1941 im KZ Dachau
  • zuletzt wohnhaft in Villach, Siedlung St. Leonhard 12

Josef Pleschberger war der Sohn des Eisenbahners Peter Pleschberger und seiner Frau Philomena Dulny. Er erlernte in der Maschinenfabrik Seebach den Beruf eines Schlossers und arbeitete auch als Chauffeur. Im Jahre 1937 ging er nach Spanien und kämpfte in den Reihen der Internationalen Brigaden auf der Seite der Republikaner gegen den Faschismus. Schätzungsweise 1400 Österreicher kämpften in den Reihen der Internationalen Brigaden. Aus Kärnten kamen insgeamt 61 Freiwillige. Sie riskierten ihr Leben, um den Vormarsch des Faschismus in Europa zu stoppen. 

Nach dem Ende des spanischen Bürgerkrieges im März 1939 wurde der Großteil der Spanienkämpfer – auch Josef Pleschberger –  in verschiedenen Anhalte-Lagern in Frankreich  interniert. Nach der Niederwerfung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht im September 1940 wurden die Leitstellen der Staatspolizei angewiesen die ehemaligen Rotspanienkämpfer festzunehmen und für die Dauer des Krieges in Schutzhaft zu nehmen. Im Zuge dieser Aktion wurden im Frühjahr 1941 auch 27 Kärntner Spanienkämpfer in deutsche Konzentrationslager eingeliefert. Darunter befand sich auch Josef Pleschberger, der am 2. Mai 1941 in das KZ Dachau eingeliefert wurde und unter der  Häftlingsnummer 25197 registriert wurde. Als Inhaftierungsgrund wurde P.V.H (polizeiliche Vorbeugehaft) angegeben. Einen Monat später, im Juni 1941, wurde Josefs Vater vom Tod seines Sohnes informiert. Zusammen mit seinem zweiten Sohn Hermann fuhr er nach Dachau, wo eine kurze „Begräbniszeremonie“ stattfand. Ein Antrag für eine Gedenktafel, eingebracht von der KPÖ im Jahre 1949 im Villacher Gemeinderat, wurde vom Stadtparlament mehrheitlich abgelehnt.

Quellen:
Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Gespräch mit dem Bruder Hermann Pleschberger am 15. 07. 1999.
Antrag der KPÖ an die Stadtgemeinde Villach.
Spanien-Archiv des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes, http://www.doew.at.
Valentin Hellwig: Unsere Heimat ist heute Madrid…Die Kärntner Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg 1936 – 1939, Klagenfurt 2010.