Krisch Irene

  • geboren 15. September 1891 in Hüttenberg
  • deportiert am 25. August 1940 in die NS-Tötungsanstalt Schloss Hartheim und ermordet
  • zuletzt wohnhaft in Villach

Irene Krisch übte in Villach den Beruf einer Fachlehrerin aus. Am 15. Juli 1939 wurde sie in die Psychiatrie des Gaukrankenhauses Klagenfurt eingewiesen, wo die Ärzte Schizophrenie diagnostizierten.

Irene Krisch wurde am 25. August 1940 im Rahmen der  „T4-Aktion“, gemeinsam mit mehreren Frauen und Männern, nach Niedernhart bei Linz deportiert und von dort mit einem Omnibus nach Schloss Hartheim gebracht und ermordet.

Anschließend bekamen die Angehörigen die Verständigung, dass die Ermordete überraschend verstorben ist. Schließlich wurde noch nachgefragt, ob eine Urne mit der Asche zugestellt werden soll. Die Nachricht kam jedoch nicht aus Hartheim, sondern von der „Pflegeanstalt“ Grafeneck. Die Vernichtungsanstalt Grafeneck war eine der sechs Tötungsanstalten der „T4-Aktion“. Aus Gründen der Verschleierung, wurde auf diesen Benachrichtigungen eine möglichst weit von der Heimatadresse entfernte Tötungsanstalt angegeben. Dadurch sollte vermieden werden, dass Angehörige, die den amtlichen Todesursachen misstrauten, zu den betreffenden Anstalten selbst hinfahren.

Die Urne von Irene Krisch wurde auf dem Friedhof in Villach am 10. Oktober 1940 kirchlich beigesetzt.

Quellen und weiterführende Literatur: 
Die namentlich erfassten Opfer der NS-Euthanasiemorde in und aus Kärnten – Auszug aus dem Namensarchiv der Plattform der NS-Opferverbände in Kärnten. Bearbeitung und Konzept: Helge Stromberger. Erhebungsstand: Jänner 2012, maschinenschriftlich. Einsehbar: beim Kärntner Landesarchiv oder beim Autor.
Herwig Oberlerchner; Helge Stromberger (Hg.): Sterilisiert, vergiftet und erstickt. Das Wüten der NS-Euthanasie in Kärnten, Klagenfurt 2017.